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Protokoll Fanausschuss 11.05.2010

Protokoll Fanausschusssitzung vom 11.05.2010

Ort: Club 65 (Fanprojekt), Wilhelm-Kobelt-Straße 35 in Magdeburg

Teilnehmer:

Volker Rehboldt (Präsident)
Dr. Rüdiger Koch (Vorsitzender Aufsichtsrat)

Jörn Nebeling (Aufsichtsrat / Block U)

Ralf Dobberitz (Fanbetreuung)

Sabine Steinbrink, Dirk Heidicke, Ulrich Garz (FanRat)

Jens Janeck, Stefan Roggenthin (Fanprojekt)

Martin Förster, Sven Friedrich, Matthias Neumann, Christian Bott (Block U)

Christian Herter (Forums-User)

 

Tagesordnung

1)   Begrüßung
2)   Auswertung letzter Fanausschuss
3)   Fragen zur wirtschaftlichen Situation
4)   Fragen zur sportlichen Situation
5)   Fragen zur Vereinspolitik
6)   Saisoneröffnung
7)   Fankultur im Stadion Saison 2010/2011

8) Fancasino
9) Sonstiges

 

1. Begrüßung

Der Leiter des Fanausschusses, Dirk Heidicke, begrüßt alle erschienenen Teilnehmer.

2. Auswertung letzter Fanausschuss

Da zwei auf der letzten Sitzung des Fanausschusses getroffene Vereinbarungen nur mangelhaft kommuniziert bzw. umgesetzt wurden (u.a. Mitsprache der Fans bei der Auswahl der Auswärtstrikots), weist der FanRat noch einmal mit Nachdruck darauf hin, dass im Fanausschuss gefasste Beschlüsse und abgegebene Versprechen in Zukunft umgesetzt und eingehalten werden sollten.

3. Fragen zur wirtschaftlichen Situation

3.1 - DLV

War allen Präsidiumsmitgliedern und dem AR bekannt, dass die DLV gegründet wurde? Was war der Gründungszweck der Firma, da diese ja kurze Zeit später offensichtlich wieder veräußert wurde? Gab es Erlöse beim Verkauf und wenn ja, was geschah mit diesen? Wie ist die jetzige Gesellschafterstruktur dieser Firma?
Warum wurde die Beteiligung der Familie von Ecki Meyer zu Beginn dementiert?
Wer hat die letztlich verbliebene Strafe von 5.000 € bezahlt?

Antwort V. Rehboldt: Den Präsidiumsmitgliedern war die Gründung der DLV nicht nur bekannt, es ist vielmehr sogar beschlossen worden, das Catering in eigener Verantwortung zu betreiben. Nach Beschlussfassung ist auch der Aufsichtsrat zeitnah darüber informiert worden, dieser hat jedoch darum gebeten, dass Volker Rehboldt und Lutz Weiß ihre Gesellschaftsanteile nach erfolgreicher Gründung und Geschäftsaufnahme zeitnah wieder veräußern.

Gründungszweck der Firma war Catering im Stadion und bei sonstigen Veranstaltungen, die Firma existiert nach wie vor, nur haben Volker Rehboldt und Lutz Weiß wie intern verabredet ihre Gesellschaftsanteile an einen Dritten veräußert.

Der Verkaufserlös der Gesellschafteranteile von Volker Rehboldt und Lutz Weiß betrug jeweils 1.000 €, dies entspricht der Gründungseinlage, welche die beiden ebenfalls in Höhe von je 1.000 € geleistet haben.

Antwort Dr. Koch: Der Aufsichtsrat wurde zeitnah informiert. Er hat allerdings darum ersucht, die Gesellschaft in der damaligen Form so schnell wie möglich aufzulösen, was denn ja auch geschehen ist.

Wer hat die Verantwortung für die Stromabschaltung bei den Ständen der Fa. Reiche? Durch diese Stromabschaltung wurde eine qualitativ vernünftige Versorgung der Stadionbesucher an diesen Ständen unmöglich und die Auswirkungen auf die öffentliche Meinung in diesem Rechtsstreit waren verheerend. Wurde dies nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ billigend in Kauf genommen oder einfach unterschätzt? Wie kann das wirtschaftliche Ergebnis aus dem ‚Würstchenkrieg’ zusammengefasst bewertet werden?

V. Rehboldt: Die Stromabschaltung ist durch die Stadion Magdeburg GmbH & Co. KG in eigener Verantwortung vorgenommen worden. Richtig ist natürlich, dass der Würstchenkrieg insgesamt öffentlich eher als Provinzposse wahrgenommen wird, dies wurde beispielsweise deutlich durch Zuschriften, die wir nach dem U21 Länderspiel erhalten haben. Das wirtschaftliche Ergebnis kann insgesamt aus Sicht des 1. FCM positiv bewertet werden. Firma Reiche hatte bis 30.06.2009 einen Sponsorvertrag über Sachleistungen im Werte von 20.000 € pro Saison. Diese Sachleistungen sind erbracht worden durch Preisminderungen im Bereich der VIP-Verpflegung. Den Restbetrag musste der FCM aus den Erlösen der VIP-Karten bezahlen.

In der laufenden Saison war es möglich, die komplette VIP-Verpflegung als Sponsorleistung der DLV zu realisieren. Bei einer durchschnittlichen Gästezahl von 500 Personen und einem angesetzten Wert von 20 € einschließlich von Getränken und Personal ergibt sich bei 18 Pflichtspielen eine Sponsorleistung von 180.000€. Dies hat dem Fußballclub in der laufenden Saison wirtschaftlich deutlich geholfen. Aus unserer Sicht wäre es schön, den Würstchenkrieg insgesamt zu beenden und das Catering in vereinsnaher Verantwortung durchzuführen.

Wie ist die aktuelle juristische Situation? Ist der Vertrag der Fa. Reiche mit dem Ende der Saison ausgelaufen? Stimmt es, dass Konten des FCM auf Veranlassung dieser Firma gesperrt wurden?

V. Rehboldt: Zur aktuellen juristischen Situation muss man mehrere Rechtstreitigkeiten unterscheiden. Die Frage der Verträge der Firma Reiche ist zwischen Firma Reiche selbst und dem früheren technischen Betreiber, der Hochtief Facility Management streitig. Die Verträge zwischen Firma Reiche und HTFM sind uns nicht bekannt und waren nach unserer Kenntnis über einen langen Zeitraum auch der Landeshauptstadt Magdeburg nicht bekannt. In erster Instanz hat in diesem Prozess nun Firma Reiche gewonnen, da uns als Unbeteiligten das Urteil nicht vorliegt, können wir dies nicht bewerten, müssen jedoch damit rechnen, dass die Firma Reiche in der kommenden Saison das Catering wieder übernimmt. Nach unserer Kenntnis läuft der Vertrag bis 31.12.2011, angeblich soll es eine Option auf weitere 5 Jahre Vertragsdauer geben. Diese Aussagen können wir jedoch nur auf Äußerungen Beteiligter stützen, da uns die Verträge wie gesagt nicht vorliegen.

Ein weiterer Rechtstreit zwischen Firma Reiche und dem FCM selbst betraf zurückgehaltene Zahlungen des FCM im Bereich der VIP-Verpflegung. Hier hat in erster Instanz Firma Reiche teilweise Recht bekommen und in dieser Höhe sogleich Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet. In diesem Zuge sind zeitweise Konten des FCM gesperrt worden, dies hat uns geschäftlich allerdings nicht behindert, da weitere Konten des Vereins frei waren und alle notwendigen geschäftlichen Maßnahmen umgesetzt werden konnten. Dieser Rechtstreit befindet sich derzeit in zweiter Instanz.

Konnte durch die Aktivitäten der DLV der Anteil regionaler Arbeitskräfte an den im Stadion am Spieltag beschäftigten Mitarbeitern gesteigert werden?

V. Rehboldt: Ja, die DLV hat ausschließlich auf Arbeitskräfte zurückgegriffen, die in der Region Magdeburg gewonnen werden konnten, teilweise frühere Arbeitskräfte der Firma Reiche. Unter anderem ist an den Hochschulen der Region Werbung gemacht worden, so dass kurzfristig ein zahlenmäßig schlagkräftiges Cateringteam gewonnen werden konnte.

Die Gesellschaftsstruktur gestaltet sich jetzt so, dass ein Drittel Gesellschaftsanteil Frau Denise Meier erhält, zwei Drittel der Käufer der Gesellschaftsanteile von Volker Rehboldt und Lutz Weiß.

Die Gründung der Firma und die Gesellschaftsverhältnisse sind von Anfang an öffentlich gewesen, beispielsweise im Online-Handelsregister, klargestellt worden ist lediglich, dass nicht Herr Eckert-Meyer Gesellschafter oder über das Hotel zum Lindenweiler alleiniger Caterer im Stadion ist.

Das Ordnungsgeld in Höhe von 5.000 € ist bislang aus prozessualen Gründen noch nicht bezahlt, wird jedoch bei Fälligkeit von der Gesellschaft aufgebracht.

3.2. - HASA

Herr Pietsch ist aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten. Was war der Grund dafür? Warum wurde dieser Austritt so spät der Öffentlichkeit mitgeteilt? Ist die Firma Hasa noch Sponsor des FCM?

Dr. Koch: Herr Pietsch hat mir gegenüber persönliche und berufliche Gründe angegeben, und zugleich betont, sein finanzielles Engagement fortsetzen zu wollen.

V. Rehboldt: Herr Pietsch hat mir gegenüber persönlich und in einem Brief erklärt, dass er aus beruflichen Gründen zurücktritt. Der Sponsorvertrag der Firma Hasa läuft bis Saisonende. Über die weitere Zusammenarbeit stehen in Kürze Gespräche an. Für die nächste turnusmäßige Mitgliederversammlung ist die ordentliche Nachwahl vorgesehen.

3.3 - Neuer Großsponsor

Gibt es einen Hintergrund für das Gerücht, dass angeblich vor der PK zur Vorstellung des neuen Trainers ein neuer Hauptsponsor vorgestellt werden sollte?

V. Rehboldt: Dieses Gerücht hat überhaupt keinen Hintergrund und stammt offenbar aus dem Internet. Die Pressekonferenz ist allein zur Vorstellung von Ruud Kaiser angesetzt und auch durchgeführt worden, ein neuer Hauptsponsor stand weder in Rede noch sollte dieser präsentiert werden.

Dr. Koch: Wir haben große Anstrengungen unternommen, die sinkenden Zuschauerzahlen durch ein höheres Sponsoren-Engagement aufzufangen, was uns gelungen ist. Dass so viele Sponsoren mitgezogen haben und der überwiegende Teil dem Verein auch weiterhin treu bleibt, spricht sowohl für die Seriosität der Arbeit der Vereinsführung als auch nach wie vor für die Richtigkeit des Stadionneubaus. Ich werde übrigens niemals vergessen, welchen großen Anteil an dessen politischer Durchsetzung die Fans mit ihrer Unterschriftensammlung und ihrem damaligen Auftritt im Landtag hatten.
   

3.4 - Verhältnis FCM - SCM

Wie ist der aktuelle Stand der Zusammenarbeit SCM-FCM? Wird über eine zukünftige Zusammenarbeit, etwa bei der Akquise von Großsponsoren, nachgedacht?

V. Rehboldt: In vielen operativen Dingen arbeiten SCM und FCM ordentlich zusammen, unser Verhältnis entspricht dem guter Nachbarn. Was die Akquise von Großsponsoren betrifft, dürfte eine Zusammenarbeit für beide Seiten nicht denkbar sein, weil wir uns in soweit auch im Wettbewerb befinden. Trotzdem hat sich das Verhältnis beider großer Vereine in den letzten Jahren deutlich gebessert.

Dr. Koch: Wir haben u.a. eine gemeinsame Lösung der Parkplatzprobleme gefunden, die beide Vereine spürbar entlastet. Aber die Lage ist insgesamt schwierig. Wir haben mit der Bördelandhalle, dem Stadion, dem Nachwuchs-Leistungszentrum und dessen Umfeld ein Gesamtareal, das zu den Top 10 in Deutschland gehört. Dennoch müssen wir erleben, wie uns der Nachwuchs abgeworben wird. Ich habe den DFB nach der Nichtberücksichtigung bei der Vergabe der Spielorte für die Frauen-Fußball-WM darauf hingewiesen, dass man hier mit mindestens zwei Spielorten im Osten ein Zeichen hätte setzen können, aber es ist nun einmal so, dass die gewählten Vertreter des DFB im Interesse der eigenen Wiederwahl vor allem die Interessen der mitgliederstärksten Verbände berücksichtigen müssen – und die befinden sich nicht im Osten. Wir können uns also letztlich nur selbst helfen.

3.5 - Verhältnis FCM – Stadt

Sieht die Stadt bei der Gestaltung der zukünftigen Stadionmiete noch Spielraum, um den FCM zu entlasten?

V. Rehboldt: Der FCM ist mit der Vertragsgestaltung mit Stadt- und Stadion KG insgesamt sehr zufrieden, die Stadt hat hier deutlich unterstützt und ist dem Verein in vielen Positionen entgegen gekommen, von daher halten wir es selbst weder für angemessen noch möglich, die Stadionmiete weiter zu Gunsten des FCM zu verringern. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass mit dem Stadion die Möglichkeiten zur Einnahmesteigerung genutzt worden sind, sodass der Verein im Saldo einen positiven Effekt hatte.

Dr. Koch: Die Stadt weiß allzu gut, dass der Fußball die Haupteinnahmequelle bei der Betreibung des Stadions ist und wird dem Club daher niemals die Luft zum Atmen nehmen. Konzerte u.ä. sind keine ernstzunehmende Alternative, denn selbst der Auftritt von R.E.M. aus New York City 2005 auf dem Domplatz hat keinen Gewinn erbracht, sondern musste sogar bezuschusst werden. Daher kann der Club mit dem derzeitigen Konstrukt in der 4. und der 3. Liga gut leben. In der 2. Liga wäre dann die Zeit gekommen, etwas zurückzuzahlen.

4. Fragen zur sportlichen Situation

4.1 - Testspiele

Werden Testspiele in Zukunft erst dann offiziell angekündigt, wenn sie auch vertraglich gesichert sind (Beispiel Gegner in Portugal)?

V. Rehboldt: Die Ankündigung der Testspiele im Trainingslager in Portugal war sehr unglücklich, allerdings haben sich die Veränderungen erst dort vor Ort ergeben. Im Normalfall ist es unser Anspruch, die Spiele rechtzeitig und ordnungsgemäß anzukündigen.

4.2 - Radovan Vujanovic

Hat der Spieler R. Vujanovic eine 2-Jahresoption und hat er diese gezogen? Wenn ja, welche Intention steckte hinter dem Abschluss eines derart langfristigen hochdotierten Vertrages?

V. Rehboldt: Der Spieler Vujanovic hat einen Vertrag bis 30.06.2012. Auf Grund der vertraglichen Lage musste er keine Option ziehen, eine solche ist im Vertrag auch nicht enthalten. Hintergrund der langfristigen Verpflichtung war bei Verpflichtung des Spielers die möglichst langfristige Bindung eines absoluten Leistungsträgers. Dies geschah ganz klar auch mit Blick auf die dritte Liga.

Hat Vujanovic einen Grund, sich öffentlich über einen respektlosen Umgang des Vereins mit ihm zu beklagen? Ist der Umgang des Vereins mit Spielern, die ihn verlassen respektive verlassen sollen, nicht grundsätzlich überdenkenswert?

V. Rehboldt: Ich denke nicht, dass Radovan sich öffentlich zu beklagen hat. Der Verein hat seinen Teil der Abmachung, also des Vertrages uneingeschränkt erfüllt. Im bezahlten Fußball und bei den dort gezahlten Gehältern gehört es auch dazu, gegebenenfalls mit harten Bandagen zu kämpfen.

Dr. Koch: Ein Spieler, der soviel Geld verdient, muss mit Leistung zurückzahlen, das ist seine verdammte Pflicht.

4.3 - Saison 20010/2011

In der nächsten Saison wird es keine konkrete Platzierungsvorgabe geben. Woran wird der sportliche Erfolg gemessen werden?

V. Rehboldt: Zielstellung für die kommende Saison ist der Aufbau einer neuen schlagkräftigen Mannschaft die in der darauf folgenden Spielzeit die Möglichkeit hat, an den Spitzenplätzen anzugreifen. Wir haben intern einen Saisonplan, der auch an Ergebnissen gemessen wird, werden jedoch kein Platzierungsziel öffentlich vorgeben, da der Aufbau deutlich im Vordergrund steht. Klare Zielstellung für die kommende Saison ist allerdings der Gewinn des Landespokals.

Dr. Koch: Wir wollen eine Mannschaft sehen, von der wir berechtigt glauben dürfen, dass sie in der darauffolgenden Saison um den Aufstieg mitspielt.

Wird der Manager auch in der Kommenden Saison zugleich als Sportdirektor tätig sein? Wer wird in sportlichen Fragen das letzte Wort haben?

V. Rehboldt: Manager Rüdiger Bartsch wird die sportliche Verantwortung gemeinsam mit Trainer Ruud Kaiser haben. Daher haben wir intern Aufgaben verlagert. In der Vermarktung werden wir Herrn Bartsch entsprechend unterstützen, damit er die sportliche Verantwortung zeitlich leisten kann. Spielerverpflichtungen werden gemeinsam durch das Gespann Bartsch/Kaiser verantwortet, die Unterzeichnung der Verträge muss dann durch das Präsidium erfolgen. Die operative sportliche Verantwortung, also Mannschaftsaufstellung, Trainingsgestaltung etc. hat allein Trainer Ruud Kaiser.

Dr. Koch: Ich habe Ruud Kaiser als einen Mann kennen gelernt, der Sachverstand mit Identifikation verbindet. Er wird mit seiner Frau auch nach Magdeburg ziehen und ich werde alles tun, was ich kann, damit er sich in unserer Stadt wohlfühlt.

4.4 - Trainingslager in Portugal

Welche Art von Personalgesprächen gab es im Trainingslager? Wurde über Gehaltskürzungen gesprochen oder Spielern (gar Leistungsträgern) der Abschied am Ende der Saison angekündigt? Ist daraus womöglich ein Einfluss auf die Leistungen der 1. Herrenmannschaft in der Rückrunde der laufenden Saison abzuleiten?

V. Rehboldt: Über das Trainingslager und die dort geführten Gespräche ist viel spekuliert worden. Im Trainingslager haben unser damaliger Trainer Steffen Baumgart, Michael Richter und ich mit allen Spielern gesprochen. Dabei ist die Komponente Gehalt überhaupt nicht angesprochen worden, da einerseits der Trainingsbetrieb nicht durch solche Diskussionen gestört werden sollten, andererseits die Spieler ohne ihre Berater ohnehin dazu keine Aussagen treffen. Daher ist auch über Gehaltskürzungen nicht gesprochen worden, Inhalt der Gespräche war vielmehr, zu klären, welche Spieler auch in der kommenden Saison bereit sind für den FCM zu spielen. Vom Verfahren ist den Spielern angeboten worden, dass sie bei Interesse, in Magdeburg zu bleiben, in den Wochen nach dem Trainingslager ein Angebot vom Verein abfordern konnten, auf dessen Basis dann Verhandlungen möglich waren. Von dieser Möglichkeit haben übrigens längst nicht alle Spieler Gebrauch gemacht, auch diejenigen nicht, die sich jetzt beklagen, niemand hätte mit ihnen gesprochen. Auch ist in den Gesprächen mit einer Ausnahme nicht angesprochen worden, dass Spieler möglicherweise zum Saisonende den Verein verlassen sollten, Ausnahme war Deniz Siga, der zum damaligen Zeitpunkt selbst nach einem anderen Verein gesucht hat. Aus den Gesprächen im Trainingslager hat sich kein Grund für den Leistungsabfall in der Rückrunde ergeben.

Gab es einen anderen Vorfall im Trainingslager, der entsprechende Auswirkungen gehabt haben könnte? Oder gibt es einen anderen Erklärungsansatz für den sportlichen Einbruch in der Rückrunde?

V. Rehboldt: Weitere Vorfälle im Trainingslager sind uns allen nicht bekannt, der Erklärungsansatz für den sportlichen Einbruch - bei allen? – liegt aus unserer Sicht ähnlich wir in der vergangenen Saison, wir sehen zunehmend eine fehlende Hierarchie in der Mannschaft und die internen Reiberein scheinen erneut zu groß gewesen zu sein.

Dr. Koch: Wir haben für diesen erneuten sportlichen Einbruch keine einleuchtende Erklärung. Ich persönlich kann nur sagen, dass ich Mängel bei der Identifikation mit Verein und Fans wahrgenommen habe, die absolut nicht hinnehmbar sind.

4.5 - Kadergestaltung

Welche spruchreifen Details gibt es derzeit zum Kader für die kommende Saison? Welche Spieler sollen gehalten werden, wer kann nicht gehalten werden, wer soll noch kommen?

V. Rehboldt: Zum derzeitigen Gesprächsstand werden wir aus verständlichen Gründen öffentlich derzeit nichts sagen, es ist davon auszugehen, dass hier in den kommenden Wochen viele Entscheidungen getroffen werden.

5.   Fragen zur Vereinspolitik

5.1 - Aufsichtsrat

Wer hatte Herrn Pietsch für den AR vorgeschlagen? Wird das vakante AR-Mitglied auf der nächsten MV neu gewählt werden? Wird für dieses Mandat eher ein sportlich kompetenter oder ein wirtschaftlich potenter Kandidat gesucht? Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Kandidaten für den AR grundsätzlich?

Dr. Koch: Es gibt eine vereinsinterne Arbeitsgruppe, die Vorschläge unterbreitet, sofern bei den potentiellen AR-Mitgliedern die Bereitschaft zur Mitarbeit vorliegt. Bei der nächsten MV wird nachgewählt werden, die Vorschläge dazu erarbeitet die erwähnte Arbeitsgruppe, deren Ergebnissen ich hier natürlich nicht vorgreifen kann. Fest steht, dass sowohl wirtschaftliche als auch sportliche Kompetenz sowohl hilfreich als auch Voraussetzung sind.

Der AR hat dem aktuellen Präsidium kürzlich das Vertrauen ausgesprochen. Geschah dies einstimmig oder gab es Enthaltungen?

Dr. Koch: Dies ist absolut einstimmig und übrigens in Abwesenheit des Präsidenten geschehen.

Jörn Nebeling: Das ist richtig.

Dr. Koch: Ich persönlich halte Volker Rehboldt für absolut seriös, kompetent und engagiert; ich kann nicht im Entferntesten erkennen, dass er mit seinem Amt irgendwelche Eitelkeiten befriedigen will.

Wie geht der AR mit der derzeitigen Aktion gegen den Präsidenten um?

Dr. Koch: Wie gesagt: wir haben Volker Rehboldt das Vertrauen ausgesprochen und stehen natürlich dazu. Alles Weitere ist Sache der Mitglieder.


5.2 – Zurückgewinnung der Fans

Herr Dr. Koch, Sie sprachen, in ihrer Funktion als Vorsitzender des AR davon, dass Sie persönlich Fans für den Verein wieder zurückgewinnen möchten. Welche konkreten Maßnahmen stellen Sie sich diesbezüglich vor?

Dr. Koch: Wir müssen dafür sorgen, dass Verein, Mannschaft und Fans so schnell wie möglich wieder zusammenrücken. Die Fans sind die Seele dieses Vereins und genießen bei mir eine Wertschätzung, die aus tiefstem Herzen kommt. Ich war vom Verhalten einiger Spieler gegenüber den Fans geradezu entsetzt. Wir brauchen in diesem Verein Spieler, die auf die Fans zugehen können. Alles, was dazu beitragen kann, diesen Schulterschluss mit den Fans wieder herzustellen, werde ich bedingungslos unterstützen. Aus meiner Sicht muss die Mannschaft sich mit den Fans versöhnen, und darauf werde ich hinwirken. Es muss gemeinsame Aktivitäten, eine gemeinsame Plattform, einen größeren Zusammenhalt geben.

R. Dobberitz: Vielleicht kann uns der Verein bei der nächsten Weihnachtsfeier stärker als bisher unterstützen.

V. Rehboldt: Unter anderem. Vielleicht muss es eine Art Jahreskalender mit gemeinsamen Aktivitäten geben, damit man so etwas auch langfristig planen kann.

Dr. Koch: Richtig, so etwas muss ritualisiert werden.

6. Saisoneröffnung

Im Anschluss wurde in diesem Kontext und aus Anlass einer Saisoneröffnung außerhalb des offiziellen Eröffnungsspiels eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich am 26. Mai treffen wird. Dabei wird es zugleich um weitere Termine für Begegnungen zwischen Mannschaft und Fans gehen, die sich über die gesamte Spielzeit erstrecken sollen. Alle Fans werden dazu aufgerufen, sich an der Ideenfindung hierzu zu beteiligen.

7. Fans im Stadion 2010/11

Die infolge des neuen Sparkassenengagements geplante Gestaltung des Ballfangnetzes wird dergestalt erfolgen, dass die Sicht aus der Nordkurve nicht beeinträchtigt wird. Die blau-weiße Gestaltung der Stufen und der Toiletten wird erst nach dem Public Viewing zur WM in Absprache mit dem Bauordnungsamt in Angriff genommen. Da der geplante Umzug von „Block U“ inklusive Vorsängerpodest in den unteren Bereich der Nordkurve einen Teil der „Maco“-Werbung verdecken wird, soll gemeinsam mit dem Sponsor nach einer Alternative gesucht werden.

8. Fancasino

Es gibt aktuell Interessenten, die einen größeren Komplex (zu dem dann auch ein Casino gehören könnte und sollte) auf dem Gelände zwischen Stadion und Bördelandhalle planen, das derzeit noch zum Konzessionsgebiet der Fa. Reiche gehört. Diesbezüglich muss also auch der Ausgang der laufenden Verfahren abgewartet werden. Laut Dr. Koch handelt es sich dabei um einen sehr finanzstarken Investor, der dann ggf. auf städtischem Grund bauen könnte. Es herrscht Einigkeit darüber, dass ein Fancasino in die unmittelbare Nähe des Stadions gehört.

9. Sonstiges

Beim möglichen Aufstieg der U23, der A- und der B-Jugend werden diese aller Voraussicht nach allesamt im Heinrich-Germer-Stadion spielen, das vom Verein auch als Spielort angegeben wurde. Genauere Absprachen mit den Verantwortlichen bei der Stadt Magdeburg werden erfolgen, sobald sportliche Tatsachen geschaffen worden sind.

Die Kritik an der an einigen Stellen nicht aktuellen Homepage des Vereins wird weitergeleitet. Es wird indes zugleich darum gebeten, sich in Zukunft direkt an den Webmaster oder die Geschäftsstelle zu wenden, wenn solche Unachtsamkeiten bemerkt werden.