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Protokoll Fanausschuss 20.04.2007

Protokoll des Fanausschusses vom 20.04.2007

Zeit: 17:30 - 18:30 Uhr
Ort: Stadion Magdeburg
Teilnehmer:
Jens Janeck - FanRat
Gerd Dorn - FanRat
Axel Bänsch - FanRat, Wildsäue
Kjeld - Beer Guards Schönebeck
Co, Anton - Blue Generation
Christian (TeiP) - Fan
Volker Rehboldt - 1.FC Magdeburg, Präsident
Dr. Rüdiger Koch - 1.FC Magdeburg, Vorsitzender Aufsichtsrat
Bernd Tiedge - 1.FC Magdeburg, Geschäftsstellenleiter
Pierre Schnau - 1.FC Magdeburg, Sicherheitsbeauftragter
Ralf Dobberitz - 1.FC Magdeburg, Fanbeauftragter
Zwei weitere Teilnehmer der Magdeburger Fachhochschule



Jens Janeck begrüßt die Anwesenden. Zum Thema des Fanausschusses werden Sicherheitsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Spiel gegen Dynamo Dresden erklärt. Aus Sicht der anwesenden Fans waren diese teilweise überzogen oder unsinnig. Um eine Wiederholungsgefahr zu vermeiden, sollen Strategien entwickelt werden, um bei Spielen mit ähnlicher Sicherheitseinstufung keine maximalen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, sondern ausreichende.

Einigkeit besteht darin, dass auf Sicherheit nicht verzichtet werden kann und darf, da die Konsequenzen (Geisterspiel, Punktabzug, verletzte Zuschauer) nicht tragbar sind. Aus den Erfahrungen des Spiels gegen Dynamo Dresden wurden einige Punkte herausgegriffen, die aus Sicht der Anwesenden diskutabel sind.

1. Choreoverbot

Die Vereinsführung stimmt zu, dass Choreografien im Stadion einen unverzichtbaren Bestandteil der Fankultur darstellen und wünscht, bereits vor Beginn von Sicherheitsberatungen Einzelheiten über geplante Choreografien zu erfahren, um sich bereits im Vorfeld argumentativ auf eventuelle Befindlichkeiten der Sicherheitsbehörden einzustellen. Herr Rehboldt macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass von Vereinsseite Choreos auch dann begrüßt werden, auch wenn diese konstruktive Kritik an der Vereinsführung beinhalten. Niveauvolle Kritik in Choreos oder beispielsweise im Programmheft (offener Brief des FanRates) sei Ausdruck eines offenen Umgangs miteinander und werde keinesfalls unterdrückt. Die Vertreter der BG sichern zu, den Verein rechtzeitig über die Art geplanter Choreografien zu unterrichten.

2. Stockfahnenverbot

Einigkeit besteht darüber, dass Fahnenstöcke nicht verboten werden sollten, da sie auf Grund der DFB-Vorgaben nach ihren Maßen nicht wirklich geeignet sind, von Zuschauern als Waffe eingesetzt zu werden. Die Polizei soll bei einer weiteren Verbotserwägung darauf hingewiesen werden, dass "Fahnenträger" regelmäßig nicht der gewaltbereiten Szene zugeordnet werden können (i.d.R. handelt es sich hierbei um Kinder).

3. Segmentierung des äußeren Stadionumlaufs

Zuschauer reagierten verärgert über die strenge Segmentierung des Stadionumlaufs. So waren nicht für alle Zuschauer Fanartikelstände, FanRat- und Fanbetreuungsstand erreichbar. Einigkeit besteht dahingehend, dass einer nochmaligen Trennung zwischen Block 2 und 3 nicht zugestimmt werde. Es wurde vorgeschlagen, die Trennung des Zuschauerumlaufs auch bei hochsicherheitsrelevanten Spielen erst nach Spielbeginn durchzuführen. Es werden bei dieser Variante jedoch Probleme gesehen, da sich eine Vielzahl von Zuschauern erst nach Spielbeginn in den richtigen Block begeben würde. Daher sei dieser Vorschlag schwer umsetzbar. Es wurde jedoch vereinbart, dies bei einem Spiel der nichtallerhöchsten Sicherheitsstufe versuchsweise umzusetzen. Sind die Erfahrungen daraus positiv, könne man dies auch bei Spielen höherer Sicherheitsstufen umsetzen.

4. Schließung der Tageskassen

Der Verein führt aus, dass man diesbezüglich einen schweren Verhandlungsstand mit den Sicherheitskräften gehabt habe. Es sei nicht auszuschließen, dass diese Maßnahme wiederholt werde. In den vorhergehenden Verhandlungen habe man bereits Alternativvorschläge (beispielsweise Verkauf in den Geschäftsstellen auch am Spieltag) eingebracht, habe sich jedoch nicht durchsetzen können. Weitere Vorschläge, beispielsweise ausschließlich Kartenverkauf für Einwohner Sachsen-Anhalts, werde man in weitere (hoffentlich nicht) stattfindende Gespräche mit einbeziehen. Sich für geöffnete Tageskassen mit aller Kraft einzusetzen, war allgemeiner Konsens.

5. Sicherheitsmaßnahmen im Stadionumfeld

Da der Verein hier keine Einflussmöglichkeiten hat, wurden diese aus der Diskussion herausgenommen.

Dr. Koch erklärt abschließend, dass die Ergebnisse dieser Gesprächsrunde für ihn absolut sinnig und akzeptabel seien. Der konstruktive und sachliche Umgang der Teilnehmer untereinander waren für ihn sehr angenehm und er sicherte zu, dass die Ergebnisse dieses Ausschusses Einfluss auf die Arbeit der Gremien des 1.FC Magdeburg haben werden. Im Einvernehmen mit Herrn Rehboldt wird er einem Termin für den nächsten Fanausschuss noch vor der Sommerpause zuarbeiten.

Grundsätzlich zeigten sich die Vertreter des Vereins sensibilisiert für die Belange der Fans und betonten, gemeinsam mit den Fans, anstehende Probleme zu lösen und sich für die Fankultur mit aller Kraft einzusetzen, die nicht die Sicherheit im Stadion gefährdet.