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Sitzungsprotokoll 23.03.2006

Am 23.März 2006 fand eine Sicherheitskonferenz mit Teilnehmern vom FanRat, dem 1.FC Magdeburg, der Polizeidirektion Magdeburg, der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei statt.

Protokoll der Sitzung

Datum: 23.03.2006
Ort: Vereinsheim Arminia; Erich-Weinert-Str.25
Beginn: 19:00 Uhr , Ende: 20:45 Uhr
Anwesend:
PD Magdeburg: Hr. Rim, Hr. Schaarschmidt, Hr. Tempelhagen, Hr. Fritz
Bereitschaftspolizei: Hr. Wehrmann
Bundespolizei: Hr. Kupka
1.FC Magdeburg: Hr. Wanzeck
FanRat: Hr.Janeck, Hr. Ihlo, Hr. Graf, Hr. Dorn, Hr. Heidicke, Hr. Cierpka,U., Fr. Mulsow

Hr. Janeck begrüßt die anwesenden Mitglieder der Sicherheitsorgane und Herrn Wanzeck, diese stellen sich anschließend kurz vor.

1. Meldeauflagen 19.03.2006
Seitens der Sicherheitsbehörden wird dargestellt, dass die PD Magdeburg seitens des Innenministeriums aufgefordert eine Liste von Fußballanhängern zu erstellen, die in der Vergangenheit Straftaten
im Zusammenhang mit Fußballspielen begangen haben. Dabei wurde der Zeitraum der vergangenen drei Jahre berücksichtigt und es wurden nur Personen erfasst, die mehrfach auffällig wurden. Die Erstellung der Meldeauflagen wurden anschließend den Kommunen vom Landesverwaltungsamt angewiesen. Berücksichtigt wurden dabei auch Straftaten, bei denen es zu keiner rechtskräftigen Verurteilung kam. Dazu erläutert

Hr. Rim, dass eine Einstellung eines Strafverfahrens keinesfalls mit einem Unschuldsspruch gleichzusetzen sei. Wolle ein Beschuldigter diesen Erreichen müsse er der Einstellung widersprechen. Speziell bei jugendlichen Straftätern entscheide die Staatsanwaltschaft relativ großzüg, um diese nicht schon in jungen jahren zu kriminalisieren.
Desweiteren wurde darauf hingewiesen, dass man gegen diese Meldeauflage eine gerichtliche Eilentscheidung herbeiführen könne. Dies sei in einem Fall erfolglos versucht worden.

Nach Ansicht der Beteiligten sei es warscheinlich, dass ähnliche Meldeauflagen bei weiteren sicherheitsrelevanten Spielen (Plauen, Leipzig, Halle) erlassen würden.

2. Allgemeineinschätzung der Magdeburger Fanszene
Hr. Janeck stellt fest, dass die Magdeburger Fanszene besser sei als ihr Ruf. Speziell in den 90'er Jahren sei es zu Vorkommnissen gekommen durch die der Ruf des 1.FC Magdeburg und seiner Fans erheblichen
Schaden genommen hätten. Hr. Rim erklärt daraufhin, dass sich die Fanszene in der Vergangenheit deutlich verbessert habe. Noch sei es nicht soweit, von Normalität zu sprechen, jedoch sei der eingeschlagene
Weg richtig. Hr. Tempelhagen merkt an, dass man zunehmend Selbstreinigungsprozesse in der Fanszene beobacht und diese wohlwollend zur Kenntnis nehme. Die jetzt angewendete Defensivtaktik (keine oder geringfügige Polizeikräfte im Stadion) ist als Vertrauensvorschuss für die Fans zu werten und es wird daran appeliert, diesem auch gerecht zu werden. Hr. Kupka schließt sich diesen Ausführungen an, merkt jedoch an, dass sich innerhalb der Fanszene Personen, sogenannte Kampftrinker, befinden, die aufgrund ihres alkoholisierten Zustandes häufig Straftaten begehen.
Anschließend werden Ungereimtheiten während des Spiels am 04.12.05 mit Hr. Wanzeck geklärt.
Hr. Wanzeck regt abschließend eine Imagekampagne durch die Polizei an. Dies wird durch die beteiligten Sicherheitsbehörden abgelehnt.

3. Vorbereitung des Spiels gegen den Halleschen FC
Es werden verschiedene Szenarien abhängig von der jeweiligen Tabellensituation diskutiert. Hr. Dorn regt den Einsatz von Sonder- oder Entlastungszügen an. Dies wird von Hr. Kupka abgeleht, er schlägt jedoch
vor, dass der 1.FC Magdeburg einen Sonderzug mietet. Hr. Wanzeck äußert Bedenken, da die zu erwartenden Schäden durch den 1.FC Magdeburg nicht zu tragen sind, will jedoch prüfen, ob diese zu versichern sind. Hr. Kupka würde den 1.FC Magdeburg durch die Stellung von Dienstkräften zur "Fahrscheinkontrolle" im Bahnhofstunnel unterstützen, um die Refinanzierung dieses Zuges zu erleichtern.
Da sich die weitere Entwicklung der Tabellensituation nur schwer prognostiziern lässt schlägt Hr. Schaarschmidt eine weitere Zusammenkunft Anfang Mai 2006 vor.
Alle Beteiligten stimmen diesem Vorschlag zu.